7 Tipps, um den Haushalt im Alter zu organisieren


Haushalt organisieren im Alter

Sich um den Haushalt zu kümmern, ist eine körperliche Arbeit. Während viele von uns sich darüber freuen, dass sie sich beim Aufräumen und Putzen überhaupt mal bewegen, sehen sich lebensältere Menschen beim Haushalt Organisieren vor größeren Herausforderungen. Doch wenn der Rücken nicht mehr so mitmacht und die Muskeln schmerzen, gibt es trotzdem gute Möglichkeiten, einen ordentlichen Haushalt zu führen. Ich habe für Dich 7 hilfreiche Tipps, um den Haushalt im Alter zu organisieren.

Um den Haushalt im Alter zu organisieren, ist als allgemeine Regel sicherzustellen, dass alle Haushaltsgeräte auf kurzem Wege griffbereit sind und dass man sich Hilfsmitteln wie zum Beispiel Einkaufslieferdiensten oder Multifunktionshaushaltsgeräten bedient.

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen und Männer bis ins hohe Alter ihren Haushalt selbst organisieren können. Natürlich gibt es bei Manchen auch körperliche oder geistige Grenzen. Aber solange man noch die Kraft dafür hat, dient die Ordnung des Haushalts auch dazu, um sich fit zu halten. Dennoch gibt es gute Tipps und Hilfsmittel, um sich die Arbeit im Haushalt zu erleichtern. Und die möchte ich Dir jetzt präsentieren:

Wie organisiere ich meinen Haushalt im Alter?

Haushalt im Alter organisieren

45 Prozent aller Menschen in Deutschland, die 80 Jahre oder älter sind, leben in ihrem eigenen Haus. Das bestätigt eine Erhebung aus dem Jahr 2022. Kein Wunder also, dass das Thema Haushalt Organisieren im Alter eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Denn offensichtlich hat fast jeder Zweite ab 80 Jahren eine große Wohnfläche über mehrere Etagen. 

Doch keine Sorge: Ich werde jetzt nicht mit der Idee kommen, einfach in eine kleinere Wohnung umzuziehen, um sich Haushaltsarbeit zu sparen. Stattdessen gibt es hier konkrete Tipps, wie Du den Haushalt im Alter organisieren kannst. Ich stelle Dir einige Hilfsmittel für den Haushalt von Senioren vor.

Beim Aufräumen und Putzen geht es immer auch darum, den Aufwand so gering wie möglich zu halten, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Doch während es für die jüngere Generation eher darum geht, Zeit zu sparen, können Seniorinnen und Senioren durch überflüssige Arbeitsschritte im Haushalt schon an ihre Belastungsgrenzen kommen.

Achtung! Meine Tipps richten sich an Menschen und Angehörige von Personen, die vor allem körperliche Einschränkungen wahrnehmen und deshalb auf Hilfen und Arbeitserleichterungen angewiesen sind. Wer aber 95 Jahre alt und immer noch topfit ist, kann sich den Beitrag trotzdem gerne zu Unterhaltungszwecken durchlesen😊. 

Um den Haushalt im Alter effizient zu organisieren, sollte man im ersten Schritt sämtliche Gegenstände ausmisten, die nicht benötigt werden. Darüber hinaus hilft es, häufig genutzte Haushaltsgeräte möglichst ohne körperliche Anstrengung durch weite Wege oder sich bücken zu müssen griffbereit zu haben.

In Zeiten von Lebensmittellieferdiensten ist der Gang zum Supermarkt oder Discounter verzichtbar geworden. Einfach über eine App die Bestellung aufnehmen und alles wird zur Wohnungstür gebracht. Wer Schwierigkeiten mit der Technik hat, kann sich durch Angehörige oder Nachbarn helfen lassen. Die Arbeit in der Küche lässt sich dadurch reduzieren, dass Du für mehrere Tage vorkochst

Aber kommen wir jetzt mal ganz konkret zu den Haushaltstipps für Senioren.

1. Weniger ist mehr

Der erste Arbeitsschritt beim Ordnung Schaffen ist immer das Ausmisten. Wir brauchen wirklich bei Weitem weniger als wir glauben. Und wer einen seniorengerechten Haushalt einrichten will, muss genau diese Grundlage schaffen. Der Vorgang zum Entrümpeln ist natürlich mit körperlicher Arbeit verbunden und sollte deshalb durch kräftigere Familienmitglieder unterstützt werden. Trotzdem ist es wichtig, auszumisten. Denn im Alltag bedeutet mehr Gerümpel auch eine häufigere Notwendigkeit, Dinge zu suchen. Und das kostet wiederum mehr Kraft.

“Andere brauchen genau das, was bei Dir zu viel ist, und Du wirst Dich wie befreit fühlen, wenn all das Zeug endlich aus dem Haus ist.“

Marla Cilley

Wirf zunächst sämtliche Kleidungsstücke aus dem ganzen Haus auf einen Haufen, nimm sie einzeln in die Hand und entscheide! Wenn das Kleidungsstück noch regelmäßig in Gebrauch ist, behalte es. Falls nicht: Weg damit!

Das Gleiche machst Du mit Büchern, Küchenartikeln, Haushaltsgeräten und so weiter. Gehe dabei nicht Raum für Raum vor, sondern lege alle gleichartigen Artikel zusammen. Also kümmerst Du Dich beim Thema Kleidung nicht nur um einen Kleiderschrank, sondern um alle Schränke einschließlich der Garderobe im Eingangsbereich. Grundsätzlich rate ich dazu, gut erhaltene Gegenstände zu verkaufen oder zu spenden.

In meiner Familie gibt es aber in Whatsapp-Gruppen einen regelrechten Run vor allem auf Möbelstücke von Oma und Opa. Teilweise aus Nostalgiegründen. Zum Teil jedoch auch, weil es sich tatsächlich noch für den eigenen Haushalt eignet. Also meinetwegen: Frage erstmal die anderen Familienmitglieder, ob sie noch Bedarf haben!

2. Halte alles griffbereit

Haushalt organisieren im Alter

In einem perfekt eingerichteten Haushalt für ältere Menschen ist alles griffbereit. Und dabei steht vor allem die Küche im Vordergrund. Konkret bedeutet das, 

  • Töpfe, Geschirr und Besteck müssen ohne Bücken oder Strecken in den Küchenschränken erreichbar sein.
  • Häufig genutzte Küchengeräte sollten ebenfalls griffbereit sein.
  • Der Kühlschrank und der Backofen werden in Hüfthöhe installiert.
  • Alles andere, was im Haushalt häufig in Benutzung ist, sollte gerade bei Menschen, deren Sehfähigkeit nachlässt, im Sichtfeld bzw. auf Augenhöhe untergebracht sein.
  • Alles was seltener genutzt wird, kann auch weiter oben in den Schränken platziert werden. Dafür empfehle ich eine kleine Trittleiter.

3. Einkäufe vereinfachen

Was ich jetzt schreibe, richtet sich nicht nur an Ältere, sondern so ziemlich an jede Altersgruppe: Nutze Lebensmittel-Lieferdienste wie Flink oder Picnic. Einfach per App bestellen und der Einkauf wird geliefert. Das sind die Vorteile:

  • Du kaufst wirklich nur das, was Du brauchst. Viele neigen dazu gerade bei Hungerattacken viel mehr und ggf. auch Ungesundes zu kaufen, als gebraucht wird. Mit dem Lieferdienst passiert das nicht.
  • Du sparst Zeit: Ein Einkauf dauert einschließlich der Anreise schon mal eine gute Stunde. Die Bestellung hingegen nimmst Du von der Couch aus vor. Alles was Du jetzt noch tun musst: Befördere die Lebensmittel von Deiner Wohnungstür in den Kühlschrank.
  • Du sparst Kraft: Du holst die Einkäufe zuerst aus dem Wagen und tütest sie ein. Und dann musst Du selbst noch dafür sorgen, dass sie vom Supermarkt aus Deinen Kühlschrank erreichen. Gerade wer körperlich eingeschränkt ist, muss meiner Meinung nach einfach einen Lieferdienst nutzen.

Und falls es doch der normale Gang zum Supermarkt sein soll, hilft ein Einkaufstrolley als Erleichterung für den Transport.

4. Essen zubereiten ohne viel Aufwand

Haushalt organisieren im Alter

Die Lebensmittel sind geliefert worden. Jetzt geht es an die Zubereitung. Genau wie ich Familien empfehle, aus Zeitgründen für mehrere Tage vorzukochen, lege ich dies auch Seniorinnen und Senioren ans Herz. Denn je nach körperlicher Verfassung kann auch das Kochen körperlich beanspruchend sein. Und wer mehr auf einmal kocht, muss sich seltener an den Herd stellen. Alles, was heute nicht gegessen wird, kann eingefroren oder zumindest in den Kühlschrank gestellt werden. Gerade die ältere Generation hat Erfahrung beim Konservieren zum Beispiel durch Einkochen und Einwecken von Lebensmitteln. Denn den Luxus von Kühlgeräten gab es schließlich nicht schon immer.

Häufig genutzte Vorräte sollten natürlich immer griffbereit auf der Etage und idealerweise direkt in der Küche aufbewahrt werden. Saisonale Ware und Notreserven kann man im Keller aufbewahren. Wenn mal jemand zu Besuch kommt, der körperlich uneingeschränkt ist, kann diese Person sicher diese Lebensmittel aus dem Keller holen.

Und wenn es gar nicht mehr gehen sollte mit dem selber Kochen: Dann kann das gute alte Essen auf Rädern eine Option sein. Alternativ könnten ja auch je nach Wohnortnähe Familienmitglieder für Oma mitkochen und das Essen vorbeibringen.

5. Spare Kraft bei der Hausarbeit

Ich habe Dir schon eine ganze Menge Tipps gegeben, wie man sich die Hausarbeit möglichst leicht machen kann. Doch was wirklich Kraft spart ist ein einfaches Prinzip: Das Pareto-Prinzip! Diese Regel lässt sich nicht nur auf den Haushalt, sondern so ziemlich alle Dinge im Leben anwenden. 

Egal woran Du arbeitest: Die ersten 80 Prozent Deines Erfolges entstehen durch 20 % Zeit- und Kraftaufwand. Es sind die übrigen 20 Prozent bis zur Perfektion, die die meiste Arbeit machen.

Im Haushalt bedeutet das ebenfalls: Mit ganz wenig Aufwand bist Du in der Lage eine Grundordnung herzustellen, die den Eindruck einer sauberen, aufgeräumten Wohnung macht.

Diesen Eindruck erhältst Du nicht dadurch, dass alles klinisch rein ist. Auch nicht dadurch, dass alles perfekt an seinem Platz ist. Nein: Es reicht aus, wenn die Grundordnung stimmt. Ältere Menschen, die ihre körperlichen Einschränkungen haben, sollten sich das Pareto-Prinzip zunutze machen.

Es kostet nicht viel Kraft, den Eingangsbereich zu ordnen, ab und zu durchzusaugen und Sachen an ihren Platz zurückzuräumen und die Betten zu machen. Aber die Erfüllung dieser Aufgaben reicht vollkommen aus, um eine Grundordnung sicherzustellen.

Aufgaben wie Fußboden wischen, Badezimmer putzen, Staub wischen und putzen müssen ebenfalls erledigt werden. Doch es handelt sich dabei um Tätigkeiten, die als nachrangig angesehen werden können, um einen Großteil seiner Kraft zu sparen.

Meiner Erfahrung nach kostet Dich die Grundordnung in etwa 20 % der Zeit und erzeugt einen Ordnungseffekt von 80 %. Während die Details 80 % Zeitaufwand ausmachen, um die restlichen 20 % bis zur Perfektion zu erreichen.

6. Reduziere Gefahren im Haushalt

Haushalt organisieren im Alter

Teppiche sind Staubfänger machen alleine deshalb schon mehr Arbeit im Haushalt als wenn Du den Parkett- oder Laminatboden einfach freilässt. Um aber den Haushalt im Alter sinnvoll zu organisieren, solltest Du auch aus einem weiteren Grund auf Teppiche verzichten. Denn Teppiche sind Stolperfallen. Und da ältere Menschen einen Sturz nicht mal so eben wegstecken können, kann ein Teppich im Extremfall sogar zur Lebensgefahr werden.

Auf der anderen Seite empfehle ich Dir, im Badezimmer sowohl auf dem Fußboden als auch in der Badewanne rutschfeste Matten zu verwenden. Auch diese Maßnahme verringert die Gefahr zu stürzen.

Fast jeder zweite Mensch ab 80 Jahren lebt im eigenen Haus und damit auch oftmals auf mehreren Etagen. Je nach körperlichem Zustand kann ein Treppenlift hier zum Einsatz kommen, um die Anstrengung und die Sturzgefahr zu mindern. Zumindest aber sollte man vermeiden, schwere Gegenstände regelmäßig auf der Treppe tragen zu müssen. So kann es hilfreich sein, beispielsweise auf jeder Etage einen Staubsauger zu haben. Noch besser: einen Saugroboter! Auch die Waschmaschine sollte auf einer Etage mit dem Wäschekorb und den meisten Kleidungsstücken stehen. 

7. Nutze eine Haushaltshilfe 

Wer trotz eines gut organisierten Haushalts im Alter auf Unterstützung angewiesen ist, sollte über eine Haushaltshilfe nachdenken. Ideal ist es, wenn Du eine Empfehlung aus dem näheren Umfeld hast. Am besten durch eine Person, der Du voll und ganz vertraust. 

Es gibt aber auch zahlreiche Online-Plattformen (zum Beispiel betreut.de), die Haushaltshilfen vermitteln. Dort kannst Du Dir zumindest anhand von Rezensionen vorab ein Bild von der Person machen.

Um hierfür den sogenannten Entlastungsbetrag zu erhalten, muss man bei der Pflegekasse einen entsprechenden Antrag stellen. Bereits mit dem Pflegegrad 1 bekommt man finanzielle Unterstützung für eine Haushaltshilfe. Voraussetzung für die Erstattung durch die Pflegekasse ist aber, dass Du einen zertifizierten Anbieter wählst.

Zu den Tätigkeiten einer Haushaltshilfe, für die die Pflegekasse einen Entlastungsbetrag gewähren kann, gehören zum Beispiel kochen, putzen, bügeln, aufräumen, kleinere Näharbeiten und Wäsche waschen.

Simon

Auf meinem Blog findest Du Tipps und Hilfestellungen, um Deinen Haushalt auch im Familienalltag zu organisieren.

Haushalt im Alter organisieren