Was darf in die gelbe Tonne? Und was nicht?


Gelbe Tonne

Wir benutzen sie täglich. Und doch sind sich die meisten von uns nicht immer sicher: Durfte das jetzt in die gelbe Tonne, oder hätte ich es im Restmüll unterbringen sollen? Ich habe recherchiert und möchte Dir einen Überblick über die wichtigsten Regeln der Mülltrennung geben. Erfahre hier, was Du in die gelbe Tonne werfen darfst und was nicht.

Die gelbe Tonne ist grundsätzlich vorgesehen für Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech, Holz und Verbundmaterialien. Diese sind löffelrein (nicht gefüllt) und sortenrein (Deckelfolie abtrennen) zu entsorgen.

Die meisten Haushalte in Deutschland trennen Plastikmüll, Restmüll, Biomüll, Altglas und Altpapier. Normalerweise fällt es uns leicht, unseren Abfall richtig zuzuordnen. Trotzdem bleiben hier und da im Alltag Fragen offen. Wo kann ich jetzt noch mal das kaputte Spielzeug entsorgen? In welchen Abfallbehälter gehört das Brötchenpapier? – Im hektischen Alltag machen wir uns zumeist nicht die Mühe, mal eben zu recherchieren.

Lass uns deshalb ein für alle mal klären, was in die gelbe Tonne gehört.

Warum ist Mülltrennung in die gelbe Tonne so wichtig?

Gelbe Tonne

Während der überwiegende Anteil an Restmüll verbrannt wird, sollen die Inhalte aus der gelben Tonne möglichst wiederverwertet werden: Verpackungen, die Blech oder Aluminium enthalten, werden auf diese Weise wiederum zu neuen Verpackungen oder beispielsweise in Elektrogeräten verbaut. Und Plastikabfälle werden zu Granulat, welches die Grundlage für Gartenstühle, Spielzeug oder Bauteile bildet.

Leider werden gerade einmal 27 % der Plastikabfälle aus der gelben Tonne recycelt, sagt der NABU. Die Gründe dafür liegen insbesondere darin, dass die Recyclinginfrastruktur auch in Deutschland bei Weitem nicht perfekt ist. Aber auch wir Verbraucher tragen eine Mitschuld: In manchen Entsorgungsgebieten werden 50 % der Abfälle fälschlicherweise in der gelben Tonne untergebracht.

Es ist doch nur ein Strohhalm, sagten 8 Milliarden Menschen.

Wenn wir also unseren Müll korrekt trennen, landet auch mehr Wiederverwertbares in den Recyclinganlagen. Und dadurch muss weniger Müll verbrannt werden. Hier aber auch eine kleine Entwarnung: Das meiste von dem aus der gelben Tonne, was nicht wiederverwertet wird, nutzen beispielsweise Zementwerke als Brennstoffe oder Müllverbrennungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Fernwärme. Auch diese Materialien werden also im weitesten Sinne wiederverwendet.

Was darf in die gelbe Tonne? Und was nicht?

In die Gelbe Tonne gehören gebrauchte Verpackungen aus Metall, Kunststoff, Verbundstoff und Naturmaterialien. Der gute alte grüne Punkt war bis 2008 verpflichtend für recycelbare Verpackungen. Diese Pflicht ist allerdings entfallen und somit kein Garant mehr für eine korrekte Mülltrennung.

Die Verpackungen müssen nicht komplett gespült sein. Es reicht aus, wenn sie löffelrein sind. Gefüllte Behältnisse können nicht berücksichtigt werden. Deshalb: Am besten auslöffeln. Sollte auch das nicht drin sein, ab in den Restmüll damit! Wenn die Verpackung gröbere Verschmutzungen aufweist, ist sie nicht mehr wiederverwertbar. Das gilt übrigens nicht nur für die gelbe Tonne: Auch Altglas und Altpapier müssen einigermaßen sauber sein, damit man sie recyceln kann.

Verpackungen bestehen oftmals aus unterschiedlichen Stoffen. Die Folie der Käseverpackung beinhaltet zum Beispiel zumeist einen anderen Kunststoff als die zugehörige Schale. Und mancher Joghurtbecher ist mit von einer Pappverpackung umhüllt. Bevor Du die Verpackungen entsorgst, solltest Du sie deshalb so weit wie möglich auftrennen. Entferne also immer die Folie vor dem Wegwerfen. Auf diese Weise bereitest Du den Wiederverwertungsprozess für die Recyclinganlagen optimal vor. Tatsächlich kann es andernfalls dazu kommen, dass die Verpackungen nicht recycelt werden.

Aluminium gehört zu den wichtigsten Wertstoffen in der gelben Tonne. Deshalb kannst Du im Zweifel bei allen Verpackungen davon ausgehen: Wenn Aluminium enthalten ist, gehören sie in die gelbe Tonne.

Kommen wir jetzt zu einer Übersicht über diejenigen Abfälle, die in die gelbe Tonne gehören und diejenigen, die anderweitig zu entsorgen sind:

Das darf in die gelbe TonneDas muss anderweitig entsorgt werden
Kunststoff
Aluminium
Weißblech
Holz
Verbundmaterialien (z. B. Getränkekartons/Tetra Pak)
Joghurtbecher
feste Plastikverpackung (Margarine, Frischkäse, etc.)
weiche Plastikverpackung (Reis, Nudeln, Gartenerde, Toilettenpapier, etc.)
Kunststoffflaschen (z. B. Hygieneprodukte)
Coffee-to-go-Becher
Gemüsenetze
Plastiktüten
Schrumpffolien (z. B. von Büchern)
Farbeimer
Styropor
pfandfreie Getränkedosen
Konservendosen
Farb- und Spraydosen
andere Dosen aus Aluminium
Alufolie
Kronkorken
Naturkorken
Kaugummipapier
Kartons, die Aluminium enthalten
Tablettenverpackungen mit Aluminium
alubeschichtete Verpackungen z. B. Kaffeetüten
Blumentöpfe aus Plastik










Restmüll
Zahnbürste
kaputtes Spielzeug
Schüsseln (auch Plastik)
beschichtetes Papier (Backpapier)
Essensreste
Feuerzeuge
Blumentöpfe aus Ton

Biomüll
pflanzliche Küchenabfälle
Gartenabfälle

Altglas
Glasscherben
Marmeladengläser
Saftflaschen aus Glas

Altpapier
Papier
Pappe
Karton
saubere Brottüten vom Bäcker

Altkleidersammlung
unbeschädigte Kleidung
Schuhe

Entsorgungshof
Batterien und Akkus
Elektrogeräte
CDs, DVDs und Disketten
Druckerpatronen
Glüh- und Energiesparlampen
Plastikgegenstände, die keine Verpackung sind (Gartenmöbel, Toilettensitz, etc.)
Kleineisenteile
Gartenschlauch
Kunststoffschaum oder -bodenbeläge
Abdeckfolien
Blumentöpfe aus Metall

Worauf muss ich beim Recycling von Plastikmüll achten?

Recycling Code

Um sicher zu sein, ob die Verpackung wiederverwertbar ist, suche nach dem sogenannten Recycling Code. Nähere Informationen dazu bietet die Verbraucherzentrale an. Den Recycling Code solltest Du jedoch nur als Richtwert nutzen. Denn die Angabe auf den Produkten ist freiwillig. Nur weil eine Verpackung keinen Code hat, bedeutet es also nicht automatisch, dass sie nicht wiederverwertbar ist. Der nebenstehende Recycling Code ist im Übrigen nur ein Beispiel. Es gibt gleich mehrere Nummerierungen für Kunststoffe und andere Materialien.

Was darf in die gelbe Tonne? – Diese Verpackungen werden recycelt

Dem Recycling Code kannst Du nicht nur entnehmen, dass die Verpackung wiederverwertet werden kann, sondern auch aus welchem Kunststoff sie besteht. Neben PVC (Polyvenylchlorid) gibt es PET (Polyethylenterephtalat), PP (Polypropylen), PE-HD (Polyethylen hoher Dichte) und weitere Kunststoffe, die alle grundsätzlich wiederverwertet werden könnten.

Ob die Verpackungen jedoch wirklich recycelt werden, ist von folgenden Fragen abhängig:

  • Aus welchem Kunststoff besteht sie genau?
  • Ist der Kunststoff getrennt von anderen Stoffen?
  • Was kann der Scanner in der Recyclinganlage identifizieren?

PS (Polysystrol) und O (andere Kunststoffe)

Das sind in der Regel die dünnen Plastiktüten, mit denen beispielsweise Nüsse und Chips verpackt werden. Diese können nicht von der Anlage verarbeitet werden.

PE-HD (Polyethylen hoher Dichte), PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephtalat)

Plastikflaschen (PET), Joghurtbecher (PP), Putzmittelflaschen (PE-HD) können gut recycelt werden. Vor allem recyceltes Polypropylen kann qualitativ mit Neukunststoffen mithalten. Daraus können Plastikeimer, Transportkisten und Körbe hergestellt werden. PP dürfte entsprechend auch für die Recyclingfirmen im Ausland lukrativ sein, so dass dieser Kunststoff wohl noch am wenigsten problematisch ist.

Wie kann ich meinen Plastikmüll reduzieren?

Ziehen wir an dieser Stelle mal ein Fazit: Du weißt jetzt, welche Abfälle Du in der gelben Tonne entsorgen musst. Und Du weißt, dass leider trotzdem bei Weitem nicht alles davon recycelt werden kann. Stattdessen wird eine ganze Menge unseres Mülls verbrannt.

Eine weitere Maßnahme der Entsorgungsunternehmen sind Müllexporte: Aus Deutschland werden jährlich etwa 1 Million Tonnen Müll ins Ausland exportiert. Dadurch gelten die Verpackungen statistisch als recycelt. Und das geschieht teilweise auch in der Qualität, die es hierzulande gibt. Leider wird aber der Großteil in die Luft geblasen oder landet im Meer.

Der Umwelt zur Liebe sollten wir also die Fragestellung „Was darf in die gelbe Tonne?“ so weit wie möglich vermeiden. Nämlich indem wir grundsätzlich unseren Müll reduzieren:

  • Kaufe öfters mal im Unverpacktladen ein.
  • Falls Du die Wahl zwischen Glas und Plastik hast (z.B. Joghurt), entscheide Dich für Glas.
  • Vermeide Produkte mit den Recycling Codes 06 (Polystyrol) und 07 (andere Kunststoffe).
  • Immer wenn es möglich ist: Trenne unterschiedliche Kunststoffe der Verpackung.

Simon

Auf meinem Blog findest Du Tipps und Hilfestellungen, um Deinen Haushalt auch im Familienalltag zu organisieren.

Was darf in die gelbe Tonne?