Wäsche sinnvoll sortieren – Die ultimative Anleitung


Wäsche sortieren

Wenn Du Deine Wäsche sinnvoll sortierst und den richtigen Waschgang einlegst, sorgst Du dafür, dass Deine Kleidung länger haltbar ist und die Farben kräftiger bleiben. Und das beste: Du kannst etwas für Deinen Geldbeutel und sogar für die Umwelt tun. In diesem Beitrag gebe ich Dir eine Anleitung zum Wäsche sortieren.

Wäsche kann man als allgemeine Regel nach Textilienart, nach Farbe oder nach Waschtemperatur sortieren. Je nach Umfang der zu waschenden Kleidung lassen sich diese Methoden auch miteinander kombinieren.

Viele halten das Sortieren der Wäsche für eine Wissenschaft in sich: Welche Farben dürfen in die Buntwäsche? Welche Textilien dürfen zusammen in einen Waschgang? Bei wie viel Grad soll ich das Kleidungsstück waschen? Andere werfen einfach alles zusammen in eine Waschmaschine und akzeptieren, dass dadurch nicht immer alles perfekt sauber wird.

Wie Du Deine Wäsche sortierst, hängt einerseits von Deinen eigenen Ansprüchen auf das gewünschte Ergebnis, andererseits aber auch von der Unterschiedlichkeit der Wäsche ab. Denn wenn Du alleinstehend bist und einen minimalistischen Kleidungsstil hast, wirst Du dem Wäsche Sortieren weniger Aufmerksamkeit widmen müssen, als wenn Du täglich für eine fünfköpfige Familie wäscht. Apropos „minimalistischer Kleidungsstil“: Lies meinen Beitrag Wie Du gekonnt für Minimalismus im Kleiderschrank sorgst.

Wie Du die für Dich perfekte Methode zum Wäsche sortieren erhältst, erfährst Du in dieser Anleitung.

Anleitung zum Wäsche sortieren

Einer Umfrage aus dem Jahr 2017 (Statista) zufolge achtet ein Viertel der Deutschen nicht besonders auf die Sortierung der Wäscheteile. Dieses Verhalten wird sich in der Regel auf die Haltbarkeit der Wäsche auswirken. Denn wir wollen vermeiden, dass die Wäsche aus der Form gerät, sich verfärbt oder einläuft. Umso wichtiger ist es, die Grundlagen zu kennen, wie man Wäsche sortiert:

Bevor Du die Wäsche sortierst, ist es wichtig, dass die Taschen geleert und Reiß- und Klettverschüsse geschlossen sind. Gerade bedruckte Shirts solltest Du zudem auf links drehen. Sollten einzelne Textilien stärker verschmutzt sein, empfehle ich Dir, sie vor dem eigentlichen Wäschegang zu behandeln.

Im nächsten Schritt geht es dann an das eigentliche Sortieren Deiner zu waschenden Textilien. Falls Du viele Kleidungsstücke hast, die sich von der Struktur des Stoffes wesentlich unterscheiden, macht es Sinn, sie entsprechend der Textilienart zu trennen. In diesem Fall machst Du drei Wäschehaufen: Naturfasern, Kunstfasern und Mischgewebe.

Alternativ oder ergänzend kannst Du auch nach der empfohlenen Waschtemperatur trennen. Diese kannst du dem innenliegenden Wäscheetikett entnehmen.

Gerade wenn Deine Kleidungsstücke viele unterschiedliche Farbtöne enthalten, ist eine Sortierung nach Farben ratsam. Dafür bildest Du wiederum drei Wäschehaufen: Einen für Weißwäsche, einen für Buntwäsche und einen für Schwarzwäsche.

Ich empfehle Dir, Dich auf eine Methode festzulegen und es erst mal damit auszuprobieren. Du kannst sie aber auch kombinieren, solange das im Hinblick auf den Umfang der Wäsche Sinn macht. Es bringt Dir auch nichts, wenn Du aufgrund einer Kombination von Sortiermethoden sieben Wäschehäufchen gebildet hast, die jeweils nur 3 bis 4 Teile umfassen.

Wäsche vor dem Sortieren vorbereiten

Dein Wäschekorb ist voll und nun ist es Zeit, die Wäsche zu sortieren. Bevor Du das tust, solltest Du Dir im Groben zunächst jedes Kleidungsstück anschauen und dabei prüfen, ob es in dieser Form bereit für den Waschgang ist. Kriterien für die Überprüfung sind:

1. Kriterium: Befinden sich noch Gegenstände in den Hosen-, Hemd- oder Jackentaschen?

Falls Du schon mal ein Papiertaschentuch in der Hosentasche vergessen hast, weißt Du, warum diese Vorprüfung so wichtig ist. Denn wenn sich die Flusen erst mal so richtig in der Waschmaschine verteilt haben, bleibt kaum ein Kleidungsstück davon verschont. Gerade in Baumwollfasern arbeiten sich Flusen von Papiertaschentüchern gerne ein. Und die herauszubekommen, ist ein aufwändiges und nerviges Unterfangen. Da nehme ich mir lieber vor dem Waschen eine Minute Zeit.

2. Kriterium: Sind sämtliche Klett- und Reißverschlüsse geschlossen?

Die Widerhaken von Reiß- und Klettverschlüssen sind in der Lage, andere Kleidungsstücke zu beschädigen, indem sie sich im Stoff verhaken und dabei an den Fasern reißen. Das Resultat sind unerwünschte Löcher in der Kleidung. Achte deshalb darauf, dass diese scharfen Kanten nicht freigelegt sind.

3. Kriterium: Sind noch Kleidungsstücke ineinander oder miteinander verknotet?

Unsere Tochter wirft ihre gebrauchte Wäsche selbstständig in den Wäschekorb. Soweit so gut. Leider kommt es dabei aber auch mal vor, dass beispielsweise verknäulte Socken darin landen. In diesem Zustand sind Waschmaschine und Waschpulver nicht in der Lage, schmutzige Socken vollständig zu reinigen. Je größer die Angriffsfläche, desto größer der Reinigungserfolg.

4. Kriterium: Müssen Kleidungsstücke wegen stärkerer Verunreinigungen vorbehandelt werden?

Wäsche sortieren

Hosen und Oberteile von Kindern weisen am Ende des Tages oft Flecken auf. Denn wer Eis isst oder kniend im Sand spielt, dem passieren auch manchmal Missgeschicke, die Flecken auf den Klamotten verursachen. Gerade klebrige, aber auch farbintensive Rückstände (beispielsweise Beeren) sind schwer ohne eine Vorbehandlung im normalen Waschgang zu beseitigen. Je nach Art der Flecken kannst Du deshalb beispielsweise Gallseife in die Textilien einarbeiten und ein paar Minuten einwirken lassen, bevor Du sie in die Wäsche gibst.

5. Kriterium: Welche Wäsche muss auf links gedreht werden?

Gerade bedruckte Oberteile, aber auch Jeanshosen solltest Du vorher auf links drehen, wenn Du lange etwas von ihnen haben möchtest. Noch wichtiger ist das bei Pailletten oder Perlen auf der Kleidung.

Wenn Du die Teile auf links drehst, werden sie geschont.

Wie soll ich meine Wäsche sortieren?

Wäsche sortieren

Nachdem Du Deine Kleidung so vorbereitet hast, dass sie bereit für den Waschgang ist, hast Du nun drei Möglichkeiten, sie sinnvoll zu sortieren:

  • Wäsche nach Textilienart sortieren
  • Wäsche nach Waschtemperatur sortieren
  • Wäsche nach Farbe sortieren

Ich stelle Dir alle drei Varianten im Detail vor. Bei jeder Wäschesortierung bildest Du drei bis vier „Wäscheberge“. Je nach Lebenssituation und Anzahl der Familienmitglieder kommt auch eine Kombination der Arten zu sortieren in Frage.

Doch kommen wir zuerst mal zu gewissen Grundregeln und Tipps, die ich Dir ans Herz legen möchte:

  • Auch wenn Du Dich dazu entscheidest, nach Farbe zu sortieren, solltest Du auch ein Auge auf die Stoffart legen. Auch wenn die Farben identisch sind und Du bei niedrigen Temperaturen wäscht, musst Du es unbedingt vermeiden, empfindlichen Stoff wie beispielsweise Seide gleichzeitig mit Kleidungsstücken zu waschen, die Nieten und Reißverschlüsse haben.
  • Andersherum ist zu beachten, dass auch gleichartige, robuste Textilien nicht immer zusammen gewaschen werden können. Das ist gerade dann der Fall, wenn es um weiße Kleidungsstücke geht. Diese nehmen zu leicht sichtbar die Farbe anderer Textilien auf.
  • Achte darauf, dass Du neue Wäsche immer erst getrennt wäschst. Je nach Verarbeitung könnte die Farbe neuer Kleidung noch löslicher sein und auf diese Weise abfärben.

Bonus-Tipp: Verwende Vollwaschmittel für weiße Wäsche. Es enthält Bleichmittel, welches nur dem Zweck dient, weiße Wäsche möglichst weiß zu halten oder noch weißer zu machen. Wenn Du Vollwaschmittel für Buntwäsche verwendest, musst Du damit rechnen, dass es ebenfalls die Farbe aufhellt. Verwende deshalb für Buntes Colorwaschmittel. Eine Anleitung über das richtige Waschen erhältst Du in diesem pdf-Dokument des NDR.

Wäsche nach Textilienart sortieren

Wäsche sortieren

Eine Trennung der Wäsche entsprechend der Verarbeitung und Art der Textilien kann sinnvoll sein, um eine Beschädigung der Fasern durch Reibung zu verhindern. Zu unterscheiden sind drei Arten:

  • Naturfasern
  • Mischgewebe
  • Kunstfasern

Grobe oder feste Stoffe kannst Du im „Pflegeleicht“-Waschgang reinigen. Normalerweise sind dafür auch höhere Temperaturen in Ordnung. Achte in Zweifelsfällen auf die Pflegehinweise. Flauschige, weiche Materialien kommen in die „Feinwäsche“. Für empfindliche Wäsche kannst Du auch ein Wäschenetz verwenden, um die Reibung mit anderen Stoffen zu vermeiden. Das hilft ebenfalls bei Kleidungsstücken, die Haken (BHs), Reiß- oder Klettverschlüsse haben.

Eine strikte Trennung nach Textilienart empfehle ich Dir insbesondere dann, wenn Du

  • in Deiner Wäsche regelmäßig große Verarbeitungsunterschiede hast, 
  • wenn viele Deiner Kleidungsstücke empfindlich sind und
  • wenn Textilien zu waschen sind, die potenziell andere Wäschestücke beschädigen könnten.

Welche Wäsche kann man zusammen waschen?

WaschprogrammTexitilienart
Hand- und SchonwäscheSeide, Wolle, Naturfasern
FeinwäscheViskose, Synthetik, Mikrofaser, reine Naturstoffe (BHs, Dessous, Hemden, etc.)
PflegeleichtPolyester, Mischgewebe (T-Shirts, Hemden, Socken, Blusen)
BaumwolleBaumwolle (Bettwäsche, Tischdecken, etc.)
Kochwäsche und BuntwäscheBaumwolle, Leinen (Handtücher, Putzlappen, Geschirrtücher, etc.)

Wäsche nach Waschtemperatur sortieren

Wäsche sortieren

Bei der Waschtemperatur ist es wie mit der Geschwindigkeitsbegrenzung im Straßenverkehr: Es gibt klare Vorgaben. Diese sind lediglich als Höchstgrenze anzusehen, nicht aber als unbedingt einzuhaltender Richtwert. 

Im Umkehrschluss bedeutet das, Du musst nicht vier Wäschehaufen für jeweils unterschiedlich auf dem Etikett angegebene Temperaturen bilden. Auch wenn Deine Unterwäsche bei 60 Grad Celsius gereinigt werden kann, kannst Du sie trotzdem zusammen mit den 40-Grad-Kleidungsstücken zusammen waschen. Solltest Du nach dem Waschgang immer noch Verunreinigungen feststellen, kannst Du sie in diesen Einzelfällen noch mal bei der höheren Temperatur waschen.

Grundsätzlich gilt: Je unempfindlicher die Wäsche ist, desto höhere Temperaturen sind möglich. Wenn Du Dir nicht sicher bist, orientiere Dich an den Pflegehinweisen, die Du auf dem Etikett findest.

WaschtemperaturTextilienart
HandwäscheSeide, Wolle
Kaltwäsche (max. 20 Grad Celsius)Seide, Wolle
30 Grad CelsiusWolle, Jeans, Gardinen
40 Grad CelsiusHemden, T-Shirts, Sweatshirts, Kleider, Socken, Hose, Blusen, Slips, BHs
60 Grad Celsiusrobuste Unterwäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher
90 Grad CelsiusPutzlappen, stark verunreinigte Baumwollbettwäsche

Bonus-Tipp: Der Energieversorger Entega verrät, dass eine Waschmaschine, die bei 60 Grad 100 Prozent Strom verbraucht, bei 30 Grad nur rund 30 Prozent und bei 90 Grad über 150 Prozent Strom verbraucht. Da wir unsere Waschmaschinen täglich benutzen, gibt es also reichlich Einsparpotenzial. Das betrifft sowohl unseren Geldbeutel als auch unseren ökologischen Fußabdruck.

Wäsche nach Farben sortieren

Wäsche sortieren

Gerade helle Wäschestücke verzeihen es Dir nicht, wenn Du Deine Wäsche nicht nach Farben sortierst. Denn diese machen Verfärbungen unbarmherzig sichtbar. Sortiere deshalb ähnliche Wäschetöne zusammen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob einzelne Kleidungsstücke abfärben, wirf das Wäschestück lieber in den Waschgang mit einer dunkleren Farbsortierung:

In welche Farben sortiert man Wäsche?

FarbsortierungFarbe
hellweiß, hellblau, zartrosa, hellgrau
bunt (dunkel)gelb, orange, rosa
bunt (hell)blau, grün, rot, violett
dunkelschwarz, braun, dunkelblau

Wäsche Sortieren – Mach‘ Dir Dein eigenes System!

Genau wie beim Putzen und Aufräumen geht es auch beim Wäsche Sortieren um ein vernünftiges Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag: Du kennst jetzt alle wichtigen Tipps und Regeln rund um das Sortieren Deiner Wäsche. Dein eigenes Sortiersystem sollte nicht zu komplex sein und schon gar nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Im Gegenteil darf es am Ende nicht so aussehen, dass Du Dir jedes Mal Gedanken darum machen musst, welches Kleidungsstück auf welchen Wäschehaufen gehört.

Halte Dein System so simpel wie möglich und versuche nicht mehr als vier unterschiedliche Waschgänge zu verwenden. Sei nicht zu genau mit den Angaben der Waschtemperatur oder bei der Farbsortierung. Es gibt nur wenige Sortier-Regeln, die keine Ausnahmen dulden, weil die Wäsche sonst nachhaltig beschädigt wird:

  • Wasche niemals heißer als in den Pflegehinweisen angegeben
  • Sei besonders vorsichtig bei möglichen Verfärbungen durch neue oder frisch gefärbte Textilien
  • Kümmere Dich besonders um empfindliche Kleidungsstücke

Wenn Du diese Regeln einhältst, kannst Du zumindest in einem einzelnen Waschgang nicht viel falsch machen. Gerade im Familienalltag hast Du nicht übermäßig viel Zeit für die Wäsche. Das läuft so nebenbei. Ich persönlich habe deshalb den folgenden Mindeststandard beim Sortieren der Wäsche:

  • Stoffwindeln separat waschen (60 Grad)
  • Bettwäsche und Handtücher separat waschen (60 Grad)
  • Weißwäsche (40 Grad)
  • Buntwäsche jeglicher Art – empfindliche Textilien ggf. im Wäschenetz (40 Grad)

Vielleicht hilft es Dir, Dich daran zu orientieren. Ansonsten musst Du Dich aber auch nicht für immer auf ein System festlegen. Dein Sortiersysstem wird sich vermutlich über mehrere Wochen entwickeln und Du wirst anhand der Ergebnisse entscheiden, welches System Du dauerhaft etablierst.

Simon

Auf meinem Blog findest Du Tipps und Hilfestellungen, um Deinen Haushalt auch im Familienalltag zu organisieren.

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