Wocheneinkauf planen für die Familie (mit Checkliste)


Wenn Du weniger Lebensmittel wegwerfen, Zeit sparen und die Kosten im Blick behalten möchtest, dann solltest Du Deinen Wocheneinkauf planen, anstatt täglich nach Gefühl einkaufen zu gehen. Ich habe für Dich einen Leitfaden mit vielen Tipps, wie Du Deinen Wocheneinkauf am besten planen kannst und worauf Du dabei achten solltest.

Um den Wocheneinkauf zu planen, sollte man sich einen Überblick über vorhandene Lebensmittel verschaffen, die in der kommenden Woche zu verzehren sind. Auf dieser Grundlage erstellt man einen Speiseplan für die Woche. Die Zutaten werden in einer Einkaufsliste notiert.

In letzter Zeit ist uns die Essensplanung etwas abhanden gekommen. Das hat dazu geführt, dass wir neben dem wöchentlichen Großeinkauf immer mal wieder ein paar Nebeneinkäufe einstreuen mussten. Und ohne eine solide Wochenplanung mussten wir täglich auf’s Neue überlegen, was wir kochen. Hinzu kommt, dass uns der Überblick über die Kosten abhanden gekommen ist.

Mit einem gut organisierten Wocheneinkauf hatte das nicht mehr viel zu tun. Und deshalb haben wir ein wirklich sehr gut funktionierendes System entwickelt, das uns Zeit und Geld spart und dafür sorgt, dass wir kaum noch Lebensmittel wegwerfen.

Dieses System besteht aus den folgenden 5 Schritten:

1. Vereinbare einen Termin mit Dir selbst

Meine Frau und ich setzen uns jetzt einmal pro Woche für etwa 20 Minuten zusammen, um den Wocheneinkauf zu planen. Dabei schauen wir uns zunächst die Termine für die kommende Woche an. Denn davon hängt der Umfang und die Art der benötigten Lebensmittel ab. Und dann schreiben wir auf, was auf den Speiseplan für die nächste Woche kommt:

  • Welche Zutaten müssen wir für das Frühstück beschaffen?
  • Was wird für die Brotdosen benötigt?
  • Welche Speisen kommen nach der Arbeit/Schule/Kita auf den Tisch?
  • Was gibt es zum Abendbrot?
  • Für welche Aktivitäten brauchen wir zusätzlichen Proviant?
  • Was muss sonst noch beschafft werden? – Duschgel, Shampoo, Deo, Windeln, etc.

Der Sinn hinter diesem Termin ist es, dass Du nur ein einziges Mal in der Woche Deine wertvolle Lebenszeit investierst. Nämlich dafür, dass Du

  • durch einen Einkauf sämtliche Lebensmittel beschaffst und
  • genau weißt, was Du an welchem Wochentag kochst und zubereitest.

Ein weiterer Vorteil bei der Planung Deines Wocheneinkaufs ist, dass Du viel gezielter einkaufst. Denn wenn Du in den Supermarkt oder Discounter eine Liste mitnimmst, auf der Du alles aufgeschrieben hast, dann kaufst Du automatisch nicht mehr so viel Quatsch, den Du später bereust.

2. Verschaffe Dir einen Überblick

Wocheneinkauf planen

Zuerst werfen wir einen Blick in den Kühlschrank und die Küchenschränke. Denn als oberste Priorität kommen diejenigen Lebensmittel auf den Speiseplan, die bereits geöffnet sind und deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft.

Für diese Lebensmittel ergeben sich dann schon ganz schnell unsere eigenen Rezeptideen. Oder wir suchen uns Rezepte aus einem Kochbuch oder von Pinterest heraus.

Wie Du Deine Vorräte am besten lagern kannst, erfährst Du in meinem Beitrag Vorräte lagern – Mache Deine Lebensmittel länger haltbar.

Zusätzlich schaust Du Dich noch mal im Badezimmer um und überlegst, ob Du für Nachschub von Pflegemitteln, Kosmetik oder Windeln sorgen musst.

3. Erstelle einen Speiseplan für die ganze Woche

Wegen der Lebensmittel, die schnell verzehrt werden müssen, hast Du meistens schon zwei oder drei Rezepte für die kommende Woche, für die Du jetzt nur noch ergänzend ein paar Lebensmittel benötigst. Für die restlichen Tage kannst Du Dir weitere Rezepte überlegen.

Wenn Du kreativ bist und Spaß am Kochen hast, überlege Dir Deine eigenen Gerichte und lasse Dich durch Rezeptideen aus dem Internet inspirieren.

Ich persönlich bin eher ein Freund von Eintöpfen, weil man gleich für mehrere Tage kochen kann und der Aufwand sich in Grenzen hält. Wenn Du generell viel Zeit sparen möchtest, solltest Du in rauen Mengen kochen. Die kann man dann einfrieren und zack…hast Du für die nächste Woche schon wieder ein Gericht mehr.

Für Tage, an denen Ihr viel unterwegs seid, machen Gerichte Sinn, die besonders schnell zubereitet sind.

Hinweise darüber, welche Lebensmittel besonders gesund sind, erspare ich Dir! Du weißt schon, was gut für Dich und Deine Familie ist.

Für den Speiseplan für die ganze Woche habe ich eine Checkliste erstellt, in der Du Dir die Gerichte einschließlich der benötigten Zutaten notieren kannst. So hast Du automatisch auch einen fertigen Einkaufszettel.

Wenn Du es lieber digital magst, empfehle ich Dir die Einkaufs-App Bring. Damit kannst Du Deine Einkaufsliste digital erfassen und mit Deinem Partner teilen.

Du brauchst normalerweise nicht 7 warme Speisen für die Woche. Man wird ja oft auch von Mutti zum Essen eingeladen oder geht mal ins Restaurant. Oder man bestellt essen. Deshalb planen wir nur 5 oder 6 Speisen für die Woche.

Setze diejenigen Speisen an den Wochenanfang, die am schnellsten verderben und frisch bleiben müssen. So kannst Du sicher sein, dass Du nicht doch noch mal los musst, um Ersatz zu beschaffen, weil sich zwischenzeitlich Schimmel gebildet hat. Tiefkühlgerichte kannst Du hingegen zum Wochenende einplanen.

4. Schreibe eine Einkaufsliste

Du hast Deinen Speiseplan. Du weißt, was Ihr als Proviant für die Arbeit, Schule, Kita und sonstige Aktivitäten braucht. Und Du hast einen Überblick über Deine vorhandenen Lebensmittel und Pflegeprodukte.

Jetzt kannst Du Deine Einkaufsliste zusammenstellen:

Am einfachsten ist es, wenn Du Dir meine Checkliste ausdruckst. Darin kannst Du sämtliche Gerichte sowie die benötigten Lebensmittel und Pflegeprodukte aufschreiben.

5. Kaufe ein – Aber mit Köpfchen

Wocheneinkauf planen

Der letzte Schritt ist, den Plan in die Tat umzusetzen. Und um Deinen Wocheneinkauf so schnell und günstig wie möglich zu erledigen, habe ich noch ein paar Tipps für Dich:

Kaufe für die Woche in maximal 3 Märkten ein

Damit Du möglichst wenig Zeit mit Deinen Einkäufen verbringen musst, reduziere die Anzahl der Geschäfte, in denen Du Deine Lebensmittel und Pflegeprodukte kaufst. Normalerweise reichen ein Supermarkt und ein Drogeriemarkt aus, um den Wocheneinkauf zu tätigen. Der dritte Markt könnte der Wochenmarkt oder ein Bio-Laden sein.

Nutze Online-Supermärkte

Wir sind große Fans von Lebensmittel-Lieferdiensten. Deshalb wird der Großteil unseres Wocheneinkaufs über Picnic sichergestellt. Du wählst Deine Einkäufe per App aus, bezahlst online und wenige Tage später stehen sie von Deiner Tür. Vorteile:

  • Du sparst wertvolle Lebenszeit, weil Du nicht mit dem Auto zum Supermarkt fahren, durch die Gänge schlendern und an der Kasse warten musst.
  • Du musst nie wieder Einkaufstüten schleppen.
  • Für Deine Standardeinkäufe (Nudeln, Reis, Kartoffeln, etc.) kannst Du einfach Deine letzte Bestellung aufrufen, ohne alles neu einzutippen.
  • Keine Gefahr vor Spontankäufen.

Setze Dir ein Budget für den Wocheneinkauf

Bei uns ist es so, dass wir bis vor Kurzem bei unseren Einkäufen die Preise völlig ausgeblendet haben nach dem Motto: Qualität hat ihren (Wucher-)Preis! Seitdem die Lebensmittelpreise jedoch eskalieren, gucken wir wieder genauer auf die Preisschilder.

Die Inflation hat mich von meiner Arroganz befreit: Der feine Herr prüft jetzt wieder gewissenhaft die Produktpreise. Und dazu rate ich Dir ebenfalls. Die Preisspannen zwischen gleichartigen Produkten sind einfach zu groß. Und wenn ein bestimmtes Produkt zu teuer ist, dann kann man auch mal verzichten.

Magst Du Kakis? – Meine Tochter liebt Kakis. Und der Rest der Familie mag sie auch gerne. Wenn sie in Spanien oder Italien angebaut werden, finde ich das noch vertretbar, sie zu kaufen. Was ich aber nicht vertreten kann: Es gibt Zeiten, da kosten die Dinger mehr als 1 Euro! Pro! Stück!

Und davon gibt es noch viele andere Beispiele. Achte auf die Preisschilder und kaufe mit Sinn und Verstand. Dann wird Dein Wochenbudget ausreichen.

Aber was ist eigentlich Dein Wochenbudget? – Ganz ehrlich. In Zeiten, in denen die Lebensmittelpreise teilweise 20 bis 30 % steigen, ist das schwer zu beantworten. Um unser Wochenbudget festzulegen haben wir vier Wochen lang unsere Kassenzettel studiert und einen Durchschnitt gebildet, der fortan als Budgetgrenze galt. Ob diese nächstes Jahr noch zu halten ist, werden wir sehen.

Laufe mit Scheuklappen durch die Einkaufsgänge

Halte Dich streng an Deine Einkaufsliste. Und blicke nicht nach links oder rechts. Damit Du im Budget bleibst und nur das kaufst, was Du Dir vorgenommen hast, sollte der Inhalt des Einkaufswagens exakt mit Deiner Liste übereinstimmen, wenn Du an der Kasse stehst…okay, Ausnahmen sind erlaubt.

Sollten Dir Süßigkeiten oder andere Schweinereien begegnen, die Du am liebsten sofort aus dem Regal gerissen hättest, vermerke sie Dir für die nächste Woche. Vielleicht hast Du bis dahin gar keinen Appetit mehr darauf.

Lasse Deinen Magen nicht Deine Pläne über den Haufen werfen

Wahrscheinlich kennst Du das: Du hast ganz schön Hunger und musst sowieso noch einkaufen. Im Supermarkt wird sich sicher etwas finden, was Deinen Magen milde stimmt.

Das Problem: Dein Magen bestimmt jetzt den Einkauf. Und der interessiert sich nicht für Deine Einkaufsliste. Er sagt Deinen Beinen, zu welchem Regal sie gehen sollen. Und er dirigiert Deine Arme zum Zugreifen nach Lebensmitteln, die Du gar nicht kaufen wolltest.

Beschwichtige Deinen Magen vor dem Einkauf. Dann lässt er Dich währenddessen in Ruhe.

Vergiss Prospekte und Rabattaktionen

Warum überhäufen uns die Supermärkte und Discounter mit Prospekten und Sonderangeboten? Damit wir Geld sparen können? – Nein! Nämlich damit die noch mehr Geld verdienen. Sie locken uns mit ihren billigen Angeboten in ihre Läden, damit wir ganz nebenbei noch viel teurere Produkte kaufen.

Am Ende ist Deine Einkaufstüte nicht nur mit Waren gefüllt, die Du eigentlich gar nicht haben wolltest. Du hast auch doppelt so viel Kohle verprasst.

Du hast doch sicher einen oder zwei Märkte um die Ecke, in denen Du mit verbundenen Augen alle Produkte finden würdest, die Du brauchst. Gehe da rein. Arbeite Deine Einkaufsliste ab und bezahle. Ich versichere Dir: Du wirst weniger Geld ausgeben, als wenn Du den Schnäppchen nachjagst.

Kaufe Saison-Gemüse

Obst- und Gemüsesorten, die gerade Saison haben, sind günstiger und zudem nachhaltiger. Denn die vielen Flugstunden von Früchten aus fernen Ländern verursachen Kosten und sind klimaschädlich. Mit Saison-Gemüse kannst Du meistens problemlos Deine Rezeptideen ergänzen.

Du hast ein Rezept mit Spargel gefunden, das Du gerne ausprobieren möchtest? Und das in einer Zeit, in der hierzulande gerade kein Spargel verfügbar ist? – Kein Problem: Ersetze ihn durch Zucchini, Porree, grüne Bohnen oder Stangensellerie. Bei eatsmarter gibt es dazu weitere gute Vorschläge.

Simon

Auf meinem Blog findest Du Tipps und Hilfestellungen, um Deinen Haushalt auch im Familienalltag zu organisieren.

Neueste Beiträge